(PN/PM). Wie kann die Oststadt künftig noch stärker zu einem Ort der Begegnung werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger beim 8. Bürgerworkshop am 15. Juli 2026 in der Mensa und im Jugendclub Oststadt. Gemeinsam wurden Ideen entwickelt, wie die vorhandenen Gebäude und Außenflächen künftig genutzt und miteinander verbunden werden können.
Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Danny Rodewald erhielten die Teilnehmenden einen Überblick über den bisherigen Entwicklungsstand des Projekts. In einem Podiumsgespräch diskutierten Bürgermeister Danny Rodewald, Ministerin Bettina Martin und Jugendclubleiter Chris Erhardt über die Perspektiven für den künftigen Begegnungsort. Anschließend konnten sich die Teilnehmenden bei einem Rundgang über die Außenflächen ein Bild von den Entwicklungsmöglichkeiten machen.
In drei Arbeitsgruppen wurden anschließend zahlreiche konkrete Vorschläge erarbeitet.
Ein Schwerpunkt lag auf dem Jugendclub. Genannt wurden Angebote, die gut funktionieren, wie Tischtennis, Bandproben am Freitag sowie ein Jugendfestival. Für eine geplante Graffiti-Gruppe wird derzeit eine Kursleitung gesucht. Gleichzeitig wurde diskutiert, ob Jugendliche vor allem neue Angebote benötigen oder vielmehr mehr Freiräume und Eigenverantwortung erhalten sollten. Einigkeit bestand darüber, dass längere Öffnungszeiten zusätzliches Personal erfordern. Auch gemeinsame Aktionen von Jung und Alt sowie mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten für Jugendliche wurden gewünscht.
Intensiv wurde auch über die Zukunft der Mensa gesprochen. Da derzeit ein geeigneter Betreiber fehlt, wurden verschiedene Kooperationsmöglichkeiten mit der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter sowie sozialen Trägern und Menschen mit Beeinträchtigung vorgeschlagen. Ein Runder Tisch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Schule, Stadt, Freizeitzentrum, Landkreis, Amt und Bildungsministerium könnte den weiteren Entwicklungsprozess begleiten. Zudem soll über eine Interessenbekundung der tatsächliche Bedarf an einem Essensangebot ermittelt werden. Auch eine sichere Überquerung der Straße zwischen Schule und Mensa – beispielsweise durch einen Zebrastreifen – wurde als wichtiger Baustein benannt.
Viele Ideen entstanden außerdem für ein zukünftiges Stadtteilzentrum und die Gestaltung des Außenbereichs. Vorgeschlagen wurden unter anderem Kurse in den Bereichen Yoga, Tanz, Fitness sowie Koch- und Backangebote, ein Upcycling-Café, eine Fahrradwerkstatt, Ferienangebote, Selbsthilfegruppen und Repaircafés. Ebenso genannt wurden PC- und Handyhilfen, Buchlesungen, Musiksessions, Tanzcafés, Winterkino und Stadtteilfeste. Besonders wichtig war den Teilnehmenden das generationenübergreifende Miteinander – etwa durch Vorleseangebote von Seniorinnen und Senioren in der Schule oder Hilfsangebote junger Menschen für ältere Bewohnerinnen und Bewohner.
Auch für die Außenanlagen wurden zahlreiche Ideen gesammelt. Gewünscht wurden unter anderem zusätzliche Bäume und Sitzgelegenheiten, Tische, eine Infotafel, eine Bücherzelle, Wasserspiele, ein Fitnesspfad, eine Minigolfanlage sowie eine Boule-Bahn.
Der Bürgerworkshop machte deutlich, dass sich viele Menschen einen lebendigen Treffpunkt in der Oststadt wünschen – einen Ort, an dem sich Kinder, Jugendliche, Familien und ältere Menschen begegnen, gemeinsam aktiv werden und das Stadtteilleben mitgestalten können. Die zahlreichen Anregungen bilden nun eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung des Begegnungsortes und die nächsten Planungsschritte.

Die Ideenwerkstatt wurde gemeinsam mit der Stadt Pasewalk, der Leader-LAG Stettiner Haff und der lokalen Koordinierungs- und Fachstelle „Partnerschaften für Demokratie“ – gefördert über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ – realisiert.

Foto: M. Baecker