Anlässlich der Anti-Gewalt-Woche wurde im November eine Postkartenausstellung zum Thema Gewalt und Missbrauch eröffnet. Sie ist eine Leihgabe des Vereins gegen-missbrauch e.V., einem Verein, der sich zur Aufgabe gemacht hat, über sexuellen Missbrauch und die Folgen aufzuklären und präventiv zu informieren. Zu sehen waren elf Plakate mit rund 200 sehr bewegenden Postkarten. „Wir werden laut! Eine Postkartenausstellung gegen sexualisierte Gewalt von Kindern und Jugendlichen“- so der Titel der Ausstellung. Sie gibt Menschen, die im Kindes- und Jugendalter Opfer sexualisierter Gewalt geworden sind, die Möglichkeit, ihre schrecklichen Erlebnisse darzustellen. Organisiert wurde die Aktion von Silke Schnabel von der Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt, von Ulrike Rutzen vom Verein gegen Missbrauch e.V., von den Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Pasewalk Dörte Wolff und des Landkreises Vorpommern-Greifswald Susanne Sacher sowie von Annika Wilß und Claudia Quast, die in der DRK-Beratungsstelle für Betroffene häuslicher Gewalt tätig sind. „Jede dritte Frau ist international von körperlicher oder sexueller Gewalt in ihrer Partnerschaft betroffen“, weiß Annika Wilß zu berichten. Häusliche Gewalt ist die häufigste Ursache für Verletzungen bei Frauen. Das Spektrum der Gewalt ist vielfältig. Neben der sichtbaren körperlichen Gewalt erfahren Frauen auch Gewalt auf emotionaler, sozialer, ökonomischer, sexueller, reproduktiver und digitaler Ebene. Einkommen, Bildung oder Alter spielen dabei keine Rolle. Erschreckend ist, dass das eigene Zuhause für die Frauen und ihre Kinder zum gefährlichsten Ort wird.

„Um zu helfen, bedarf es keiner Heldentaten“, so Susanne Sacher. „Zuhören ist schon Hilfe genug und für die Betroffenen ein erster kleiner Schritt, aus ihrer Isolation heraus. Sich von der Gewalterfahrungen in einer familiären Beziehung zu befreien, ist für Betroffene unbeschreiblich schwer, da zur Verantwortung für die Familie, zu Schuldgefühlen, Scham und Angst auch noch die Ungewissheit über die Zukunft hinzukommt“, führt sie weiter aus.

Neben der Ausstellung im Rathaus machten zusätzlich noch in der Stadt angebrachte Banner auf das Thema aufmerksam. Eines konnte in der Grünstraße angebracht werden.

Anschließend an die Eröffnung der Ausstellung im Rathaus übergaben die Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises VG und der Stadt Pasewalk die „Tasche der Vielfalt“ an die Bibliothek. „Gerade Kindern und Jugendlichen soll ein breites Spektrum an Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt werden, um ihre Neugier, Kreativität und individuelle Entfaltung zu fördern und für Vielfalt in unserer Gesellschaft zu sensibilisieren“, erläutert Susanne Sacher das Anliegen. Die Taschen enthalten eine Auswahl von Kinder- und Jugendbüchern, CDs und DVDs zu den Themen Toleranz, Gemeinschaft, die Macht der Worte, Vielfalt in den Familien und Geschlechter, sowie das „Anders sein“. Die Auswahl der Bücher, wurde mit den Bibliotheken vor Ort besprochen. „So kann die Bibliothek ihr Angebot noch besser an die vielfältigen Lebenswirklichkeiten junger Menschen anpassen und ihren Medienbestand themenbezogenen erweitern“, ist sich Susanne Sacher sicher.

PN/DV