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Aktionsbündnis

Menschenkette und Demokratiefest

Vorpommern und speziell die Uecker-Randow-Region  galt bei nationalen und internationalen Medien als eine Gegend, die Jeder und Jede verlässt, die etwas mehr vom Leben wollen, als schöne Natur genießen. Vorpommern wurde als Gegend am Rand dargestellt: unterentwickelt, arm und „braun“.

Seit Sonnabend, den 11. August 2012, konnten sich die von überall her zahlreich angereisten Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen ein anderes Bild dieser Region und ihrer Menschen machen. Sie sahen ein „Vorpommern: weltoffen – demokratisch – bunt“. Sie erlebten mit Erstaunen eine der größten fröhlichen und friedlichen Demonstrationen gegen Demokratiefeindlichkeit und Intoleranz in der Geschichte Vorpommerns. Und ganz Deutschland wurde durch die zahlreichen, völlig überraschten, Medienvertreter über das Erstaunliche informiert, was sich in und um Pasewalk tat.
Und was tat sich?
Der rechtsextreme Verlag „Deutsche Stimme“ rief seine Anhänger auf, sich zum diesjährigen „Pressefest“ auf einem Gelände bei Viereck zu versammeln. Die Ausrichter hofften, dass Tausende diesem Ruf folgen würden.  Sie hofften außerdem, so deutlich machen zu können, dass Vorpommern „fest in rechter Hand“ sei.  
Die Hoffnungen der Organisatoren des „Pressefestes“ wurden enttäuscht. Vorpommern hat zwar noch immer viele Probleme, aber es ist auf dem Weg seinen guten Ruf wieder zu erlangen. Dank vielfältiger Aktivitäten unterschiedlicher Leute, die sich am 5. Juli im Pasewalker Lokschuppen spontan zum Bündnis „Vorpommern: weltoffen – demokratisch – bunt“  zusammentaten.
Die Zeit war knapp. Nur sechs Wochen bis zum Treffen der Rechtsextremen blieben den Widerständlern. Die Marienkirche zu Pasewalk wurde jeden Donnerstag zum „Ort der Begegnung“ für die Akteure. Die Sorge, ob es überhaupt möglich sei, in der Kürze der Zeit, etwas Wirkungsvolles auf die Beine zu stellen, trieb alle an und straffte die Arbeit. So gelang das Unwahrscheinliche:
Neben spannenden Veranstaltungen im Vorfeld des 11. August, wurde die „Demokratiemeile“ zwischen Pasewalk und Viereck organisiert, die Menschenkette für Demokratie und Toleranz geplant und ein fröhliches Fest auf dem Pasewalker Marktplatz vorbereitet.
Am Morgen des Sonnabend waren auf dem Marktplatz schon die ersten Aktiven mit dem Aufbau der Stände beschäftigt. Die Kindereisenbahn fuhr schon um den Brunnen herum. Die große Bühne stand. Den Aktiven merkte man die Arbeit der vergangenen Wochen an. So manche Stirn legte sich sorgenvoll in Falten. Würde alles klappen? Würde sich die Mühe lohnen? Würde sich die Menschenkette um 13.30 Uhr schließen können? Auch an der „Pommernscheune“ und am Radweg zwischen Pasewalk und Viereck, an der „Demokratiemeile“, herrschte am frühen Vormittag emsiges Treiben. Und auch dort gab es nachdenkliche Gesichter. Wird es gelingen, die Region aufzurütteln?
Und dann kamen über zweitausend Leute: Männer, Frauen, Familien mit Kind und Hund, junge Leute, Senioren. Sie kamen aus allen Teilen des Landes, aus dem Kreis, aus der Region und auch Nachbarn aus Brandenburg und Polen kamen. Einundzwanzig Bürgermeister versammelten sich an der Pommernscheune und unterzeichneten die Pasewalker Erklärung und gründeten ein „Bündnis der Bürgermeister“.
Danach reihten auch sie sich ein in den unaufhörlichen Menschenstrom der gen Viereck strebte. Es läuteten die Kirchenglocken, die Menschen stellten sich auf die Straße, hielten sich an den Händen und schlossen um 13.30 Uhr die Menschenkette.
Die Stimmung auf der Straße, an den vielen Ständen, auf dem Radweg kann kaum beschrieben werden, da muss man dabei gewesen sein, um das starke Gefühl der Solidarität, dass die Menschen bewegte, zu verstehen.
Langsam, fröhlich und entspannt zogen die Teilnehmer zum Fest auf dem Pasewalker Marktplatz, das ab 16 Uhr begann und für Jung und Alt einiges an Aktionen und Entspannung bereit hielt.
Alles in allem: „Vorpommern: weltoffen - demokratisch – bunt“ war ein deutliches Zeichen für Achtung und Toleranz und - eine Werbung für Pasewalk und die Region.


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